Mittwoch, 16. Oktober 2019
Notruf: 112

Eine große Baggerschaufel voller Sand, vier Jutesäcke unterm Füllrohr und schon rattert die Sandsackfüllmaschine los. Und sie rattert und füllt und rattert und füllt – bis zu 2000 Säcke in der Stunde, jeder etwa 12 Kilogramm schwer. Da hatte der Logistikzug der Feuerwehr Triangel am Samstag alle Hände voll zu tun. Beim Tag der offenen Tür in der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) stellte Landrat Andreas Ebel die neue Füllmaschine erstmals der Öffentlichkeit vor.

Das Interesse der Besucher war groß. Mehr als 5000 Menschen kamen auf das Gelände im Heidland, auf dem unter anderem auch die Rettungsleitstelle untergebracht ist. Schwerpunkt der Veranstaltung war der Bevölkerungsschutz. „Ich möchte, dass sich die Bürger bei uns im Landkreis wohl und sicher fühlen“, sagte Ebel während der Begrüßung. Die Besucher sollen einmal mit eigenen Augen sehen, was der Landkreis Gifhorn in Sachen Bevölkerungsschutz tut. „Wir haben uns für Sie richtig ins Zeug gelegt“, so Ebel, der den vielen fleißigen Helfern dankte.

26 Mitarbeiter sind in der FTZ tätig. Einer von ihnen ist Gerätewart Frank Köther, der am Fuß des 28 Meter hohen Schlauchturms den Besuchern die Schlauchwaschmaschine erklärte. Nach dem Einsatz müssen die Löschschläuche gereinigt und auf Dichtigkeit überprüft werden bevor sie im Turm zum Trocknen aufgehängt werden. Angesichts der Vielzahl von Einsätzen im Sommer sind es derzeit etwa 300 Schläuche pro Woche, so Köther.

Fast schon nostalgisch ging es bei der Fahrzeugschau zu. Neben einem Iltis Baujahr 1981, der als Erkundungsfahrzeug der Kreisfeuerwehr dient, hatte die Feuerwehr Hillerse ein Tanklöschfahrzeug Baujahr 1957 mitgebracht. Es gilt als ältestes noch im Dienst befindliches Einsatzfahrzeug in Niedersachsen, ist ausgerüstet mit einem Vielstoffmotor und diente einst als Flugfeldlöschfahrzeug bei der Bundeswehr.

Apropos Bundeswehr. Auch sie war beim Tag der offenen Tür mit ihrem Kreisverbindungskommando dabei. Bei Bedarf sind sie Bestandteil des Katastrophenstabes.

Das Technische Hilfswerk stellte sich ebenso vor wie die Bereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes. Horst Kraemer, Leiter der Schnellen Einsatzgruppe (SEG) und der DRK-Betreitschaft Gifhorn freute sich über das große Interesse. Auch die Notfallseelsorge stelle ihre Arbeit vor.

Landrat Ebel nutzte die Gelegenheit, um Kreisbrandmeister Thomas Krok einen symbolischen Schlüssel für das neue Einsatzleitfahrzeug der Kreisfeuerwehr zu übergeben. 186.000 Euro hat die Sonderanfertigung gekostet – ausgerüstet mit Wetterstation, Notstromaggregat und Satellitenanlage zur unabhängigen Kommunikation.

„Dieses umfassende Angebot für den Bevölkerungsschutz und so ein Tag der offenen Tür geht nicht ohne engagierte Menschen. Von allen, die sich hier präsentieren, wird klasse Arbeit geleistet. Das kann aber nur funktionieren, wenn Material und Technik stimmt. Daher ist es mir persönlich wichtig, die Ehrenamtlichen in jeder Hinsicht zu unterstützen!“, so Ebel.

Wie das im Detail aussieht, zeigte Michael Zech, stellvertretender Ortsbrandmeister aus Hillerse, der mit seinem Team eine technische Hilfeleistung nach einem Unfall zeigte. Bei einem umgekippten T6 trennten die Einsatzkräfte das Dach ab – eine technische und körperliche Herausforderung, die die Feuerwehrleute mächtig ins Schwitzen brachte. Einer von ihnen war, fast unbemerkt vom Publikum, der SPD-Landtagsabgeordnete Philipp Raulfs. Er betonte, wie wichtig ihm die Arbeit bei der Feuerwehr sei, und wenn es heißt „Einsatz!“ muss auch schon mal ein wichtiger Termin verschoben werden...

Quellen:

Text: Gifhorner Rundschau

Fotos: Marcus Biewener